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Dachstein-Hersteller erkennen: Braas, Creaton, Nelskamp am Stempel

Den Hersteller deiner Dachsteine erkennst du am Prägestempel auf der Unterseite. So liest du Braas, Creaton und Nelskamp und findest passenden Ersatz für einzelne Steine.

Stand der Information: laufend aktualisiert · Inhalte ersetzen keine Rechts- oder Sachverständigen-Beratung.

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Steht der Hersteller fest, findest du in Minuten passenden Ersatz für einen gebrochenen Dachstein, andernfalls suchst du wochenlang nach einem Profil, das nirgends mehr lieferbar ist. Die entscheidende Information sitzt eingeprägt auf der Unterseite jedes Steins.

Du musst dafür keinen Stein vom Dach holen. Reicht ein Verschnitt aus dem Keller oder ein Ersatzstein vom Bau, drehst du ihn einfach um. Liegt nichts herum, hilft oft ein Foto des Dachdeckers oder ein Blick auf alte Bauunterlagen. Viele Bauakten enthalten den Lieferschein der Dacheindeckung, auf dem Hersteller, Profil und Farbe schwarz auf weiß stehen, ein Blick in den Ordner spart dann jede Detektivarbeit am Stein. Auch die Rechnung des Dachdeckers oder ein Übergabeprotokoll aus der Bauphase führen häufig die genaue Artikelbezeichnung samt Farbton mit auf.

Wo der Stempel sitzt und was er verrät

Betondachsteine und Tonziegel tragen auf der Rückseite eine Prägung mit Herstellername, Modellbezeichnung und häufig einem Produktionsdatum oder Werkscode. Bei Beton ist der Schriftzug erhaben in den grauen Kern gegossen, bei Ton ist er in den noch weichen Scherben gedrückt worden. Halte den Stein schräg ins Licht, Streiflicht macht abgeriebene Prägungen wieder lesbar.

Dachstein-Hersteller erkennen: Braas, Creaton, Nelskamp am Stempel — practical guide overview
Dachstein-Hersteller erkennen: Braas, Creaton, Nelskamp am Stempel

Zuerst entscheidest du, ob du Beton oder Ton vor dir hast, denn das grenzt den Hersteller bereits stark ein. Betondachsteine sind im Bruch durchgehend grau und körnig, oft mit einer dünnen farbigen Deckschicht, die an Kanten abplatzt und das Grau darunter zeigt. Tonziegel sind im Kern rotbraun bis anthrazit durchgefärbt, klingen beim Anschlagen heller und haben häufig eine glasierte oder engobierte Oberfläche. Das Gewicht hilft kaum weiter, beide liegen ähnlich schwer in der Hand.

Neben dem Klarnamen findest du oft eine Modellbezeichnung wie „Frankfurter Pfanne" oder „Biber" und manchmal eine Jahreszahl. Liegt das Herstellungsjahr nah am Baujahr deines Hauses, ist der Stein vermutlich aus der Erstdeckung. Liegt es deutlich später, wurde an dieser Stelle schon einmal nachgebessert, ein Hinweis darauf, dass es dort einen früheren Schaden gab, den du im Blick behalten solltest.

💡 Gut zu wissen: Steht nur ein Werkscode ohne Klarnamen drauf, fotografiere ihn ab und gib ihn beim Baustoffhändler an. Über den Code lässt sich das Werk und damit der Hersteller meist eindeutig zuordnen.

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Braas, Creaton und Nelskamp decken einen Großteil der deutschen Dächer ab. So liest du ihre Prägungen und erkennst die Profile:

HerstellerMaterialtypische ProfileStempel-Hinweis
BraasBetonFrankfurter Pfanne, Doppel-S, TaunusSchriftzug „Braas“, oft mit Profilnamen
CreatonTonFutura, Domino, Bibereingedrückter Tonstempel, Werkscode
NelskampBeton + TonFinkenberger, F-Pfanne, NibraSchriftzug „Nelskamp“, Werk-Kürzel

Die Frankfurter Pfanne von Braas ist das meistverbaute Profil überhaupt, flach, mit einer breiten Mittelrinne und einem charakteristischen Doppelwulst am oberen Rand. Ein Tonziegel mit feinen Rillen und glasierter Oberfläche stammt eher von Creaton, dessen Futura-Reihe an der glatten, fast spiegelnden Engobe zu erkennen ist. Nelskamp mischt beide Welten und produziert sowohl Beton als auch Ton, deshalb hilft hier der Stempel besonders. Der Finkenberger Pfannenziegel etwa ist ein Klassiker mit ausgeprägter S-Welle.

Achte beim Vergleich auf die Form der Wasserfalze an Seite und Kopf des Steins. Jeder Hersteller hat eine eigene Falzgeometrie, mit der seine Steine ineinandergreifen, und genau deshalb lassen sich Profile verschiedener Marken nicht beliebig mischen. Selbst wenn zwei Steine optisch ähnlich aussehen, passt der Falz eines Braas-Steins meist nicht zu einem Nelskamp-Stein daneben. Für den Ersatz brauchst du deshalb exakt das gleiche Profil desselben Herstellers.

Dachstein-Hersteller erkennen: Braas, Creaton, Nelskamp am Stempel — step-by-step visual example
Dachstein-Hersteller erkennen: Braas, Creaton, Nelskamp am Stempel

Wenn der Stempel fehlt oder unleserlich ist

Verwitterte Steine verlieren ihre Prägung. Dann hilft das Maß: Miss die Decklänge und Deckbreite und vergleiche das Profil mit den Datenblättern der Hersteller. Auch die Verlegehöhe, die Form der Wasserfalze und die Lochung für die Sturmklammer grenzen das Modell ein. Ein Baustoffhändler ordnet ein scharfes Foto von oben und von der Seite meist sofort zu.

Drei Maße bringen dich am schnellsten ans Ziel: die Gesamtlänge des Steins, die Gesamtbreite und die sogenannte Decklänge, also der Abstand, den ein Stein nach dem Verlegen tatsächlich überdeckt. Notiere zusätzlich die Farbe, viele Profile gibt es in einem halben Dutzend Tönen, und ein neuer Stein in falscher Farbe fällt auf dem Dach sofort auf. Bei älteren Dächern lohnt es, gleich mehrere Ersatzsteine auf Vorrat zu legen, weil verwitterte Bestandsteine farblich nachgedunkelt sind und ein einzelner heller Neustein auffällt.

Bevor du einzelne Ersatzsteine besorgst, lohnt der Blick auf das Gesamtalter der Eindeckung, ist das Dach ohnehin am Ende seiner Nutzungsdauer, ist Flickwerk hinausgeworfenes Geld. Betondachsteine erreichen als Richtwert 30 bis 50 Jahre, Tonziegel oft länger, der genaue Wert hängt von Lage, Wetterseite und Pflege ab. Eine Einschätzung gibt der Dach-Lebensdauer-Rechner, und ob das Profil zur Neigung deines Dachs passt, prüft der Regeldachneigung-Check.

Profile, die leicht verwechselt werden

Einige Modelle ähneln sich so stark, dass selbst Fachleute zweimal hinsehen. Die Frankfurter Pfanne von Braas und vergleichbare Doppelmuldenfalzziegel anderer Hersteller wirken aus der Ferne identisch, unterscheiden sich aber in der Wulsthöhe und im seitlichen Falz. Auch flache Glattziegel verschiedener Marken sehen sich zum Verwechseln ähnlich, lassen sich aber an der Kopfverfalzung trennen.

Dachstein-Hersteller erkennen: Braas, Creaton, Nelskamp am Stempel — helpful reference illustration
Dachstein-Hersteller erkennen: Braas, Creaton, Nelskamp am Stempel

Verlass dich deshalb nie auf das bloße Aussehen, wenn du Ersatz bestellst. Der Stempel ist die sichere Quelle, das Falzbild die zweitbeste. Erst wenn beides fehlt, behilfst du dich mit dem Maßvergleich gegen die Datenblätter. Ein Stein, der nur „fast passt", liegt am Ende nicht plan und wird zur undichten Stelle, gerade an einem Dach, das ohnehin schon einen Schaden hatte.

⚠️ Sicherheit: Zum Bestimmen reicht ein Ersatz- oder Bruchstein am Boden. Steig nicht selbst aufs Dach, um einen Stein abzunehmen, der Austausch einzelner Steine ist Sache des Dachdeckers mit Sicherung.

Steht der Hersteller fest, gibst du Marke und Profilnamen beim Baustoffhändler an. Wurde das Profil eingestellt, führen die meisten Hersteller Nachfolgemodelle, die maßlich kompatibel sind. Lässt sich gar kein passender Stein mehr beschaffen, helfen Restposten-Händler und Dachstein-Börsen, die gebrauchte Steine aus Rückbauten sortenrein anbieten, gerade bei seltenen Altprofilen oft die einzige Quelle.

Wofür sich der ganze Aufwand lohnt: Ein einzelner falscher oder schlecht sitzender Stein bleibt selten ein Einzelproblem. Läuft an ihm Wasser unter die Eindeckung, durchfeuchtet es die Lattung und das Unterdach, und der eigentliche Schaden zeigt sich erst Monate später als feuchter Fleck an der Innenseite. Die saubere Bestimmung des Profils ist deshalb kein Selbstzweck, sondern verhindert genau diese verdeckten Folgeschäden. Wer das Profil seines Dachs kennt und ein paar passende Reservesteine eingelagert hat, ersetzt einen Sturm- oder Hagelschaden im Frühjahr ohne wochenlange Materialsuche und ohne hilflose Provisorien auf dem Dach.

Notiere dir Marke, Profil und Farbe für künftige Reparaturen, diese drei Angaben sparen beim nächsten Schaden den größten Aufwand. Fotografiere zusätzlich einen Stempel scharf ab und lege das Foto zu den Hausunterlagen. Weitere Befunde rund ums geneigte Dach findest du im Bereich Steildach.

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Veröffentlicht durch die gebaeudedoc-Redaktion. Veröffentlicht am 1. Oktober 2026.

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